Ahornsirup

Ahornsirup – Der süße Saft aus Québec

Zu jedem Besuch in Kanada gehört auch die Verkostung von Ahornsirup. Fragt man die Kanadier, was man alles damit anstellen kann, so sind die Antworten so breitgefächert wie die Kombinationsmöglichkeiten von Kartoffeln in der deutschen Küche.

Ahornsirup ist vielseitig in der kanadischen Küche einsetzbar

Das bedeutet, man kann einfach alles damit machen: Von wunderbar süßen Desserts, bis hin zur Verfeinerung von allen möglichen Gerichten. Hartgesottene Naschkatzen verzehren den Ahornsirup auch ganz einfach pur als Bonbon oder am Stiel.

In deutschen Supermärkten hält der Ahornsirup auch verstärkt Einzug, sodass man die Rezepte, die man aus Kanada mitbringt auch zuhause nachkochen kann, ohne jedesmal den gesamten Koffer mit Dosen von Sirup auszustatten. Aber wo kommt der Sirup eigentlich her und was genau kann man damit machen?

Eimer sammelt Ahornsirup-Rohstoff
Eimer am Ahornstammm

Im März und April, wenn die Tage wärmer werden, die Nächte aber noch frostig sind, treibt der Ahorn aus und die gespeicherten Nährstoffe aus den Wurzeln werden in die Knospen transportiert. Durch Anbohren des mindestens 30 bis 40 Jahre alten Stammes wird ein Teil des Pflanzensaftes entnommen und traditionell in Eimern am Baum gesammelt. Heute sieht man kaum noch einzelne Eimer an den Bäumen, wie hier auf dem Bild. Die Bäume werden mit Plastikröhrchen an ein Pipeline-System angeschlossen und der gesamte Saft eines Waldstückes kann so zentral gesammelt werden. Das spart natürlich Zeit, schließlich muss niemand mehr Eimer sammeln gehen.

Für einen Liter Ahornsirup werden 50 Liter Saft benötigt

Der bei diesem Verfahren gewonnene Saft wird anschließend gekocht, bis Sirup mit einem Zuckergehalt von etwa 60 % übrig bleibt. Für einen Liter Sirup werden bis zu 50 Liter Ahornsaft benötigt, was ein einzelner Baum in etwa 14 Tagen produzieren kann.

Ahornsaft und wir später zu Ahornsirup
Ahornsaft tropft langsam in den Eimer

Je heller ein Ahornsirup ist, desto besser ist seine Qualität. Die reinste Form (Qualitätsgrad AA) des Sirup behalten sich die Kanadier allerdings selbst vor und exportieren diese nicht. Nach dem Urlaub in Kanada muss man sich also mit der Exportware begnügen.

Québec ist weltweit führend in der Produktion von Ahronsirup

Die kanadische Provinz Québec ist weltweit führend in der Produktion der süßen Spezialität. Hier werden etwa 80-90 % des Ahornsirups der Welt hergestellt. Wer jetzt zuhause in den heimischen Ahornbaum ein Loch bohren möchte, um seinen eigenen Sirup herzustellen, der wird enttäuscht sein, aus dem in Deutschland heimischen Ahorn kann kein Saft zur Sirupherstellung gewonnen werden. Hierzu braucht es schon einen Zuckerahorn, aber auch Rot- und Schwarzahorn werden teilweise zur Saftgewinnung genutzt.

Die Québecer feiern jedes Jahr um die Osterzeit den Ahornsirup und pilgern zur Sugar Shack bzw. Cabane à sucre (dt.: Zuckerhütten), um dort bei traditionellem Essen und einheimischer Musik bei der Herstellung zuzuschauen und natürlich den frischen Sirup des neuen Jahres direkt vor Ort zu verkosten.

Butter, Nachtisch, Snack und mehr: Ahornsirup kann alles

Vom Brotaufstrich, über Ahornbutter, bis hin zur Milch gibt es kaum ein Gericht oder eine Lebensmittelvariation, die man nicht irgendwie mit Ahornsirup verfeinern oder durch diesen ersetzen kann. Zumindest, wenn man die Québecer fragt!

Pouding Chômeur mit Ahornsirup
Pouding Chômeur

Da man aber auch zuhause in Deutschland noch etwas anderes mit Ahornsirup anstellen kann, als diesen über Pfannkuchen zu gießen, gibt es hier eine Auswahl an sehr leckeren Nachtisch-Rezepten, die die Erinnerungen an den letzten Kanadaurlaub wieder erwachen lassen oder die Vorfreude auf den nächsten wecken: Link zu den Rezepten!